Ein schwieriges Thema.

Ein Thema bei dem es mir schon beim Schreiben, die Luft abschnürt und ich spüre wie mir diese Gedanken körperlich zusetzen.

Ein Thema bei dam man vielleicht einfach nichts sagt und schweigen die angemessene Reaktion wäre. Aber das kann ich nicht mehr. Zu viele Gedanken belagern meinen Kopf.

Nach dem 13.11.15 in Paris und am Tag zuvor in Beirut, ist das Thema Terror doch wieder in unmittelbare Nähe gerückt. Die Gefahr bestand zu jeder Zeit und in Syrien und in anderen Ländern der Welt herrscht Krieg. Es werden Häuser zerstört, Lebensinhalte vernichtet und unschuldige Menschen werden getötet. Es ist da. Immer.

Am Wochende war ich auf zwei Friedensveranstaltungen. Beide waren schon seit Wochen in unserem Kalender eingetragen. Sie wurden so aktuell wie es sich niemand gedacht hatte.

Es ist passiert. Direkt in unserer Nähe. Diese Aussage soll auf keinen Fall die Opfer in den anderen Ländern deformieren. Aber dieser Anschlag in Paris hat in mir etwas ausgelöst.

Ja, ich habe Angst.

Auch wenn ich dies öffentlich nicht gerne eingestehe. Ich habe Angst um meine Familie, um meine Lieben, um mich.

Unser Sohn ist 2 Jahre alt. Er versteht noch nicht was in der Welt passiert – ja, ich eigentlich auch nicht. Von den Anschlägen hat er nichts mitbekommen – habe ich gehofft. Dennoch hat er die bedrückte Stimmung gespürt. Hat am Samstag vermehrt gekuschelt und immer wieder gesagt: „Mama, bitte lieb drücken“. Der Fernseh und das Radio blieben aus. Bei der Lichteraktion durfte auch Junior eine Kerze anzünden, ohne das große Anliegen dahinter zu verstehen. „Papa, guck mal, wie schön.“ Das reichte für ihn. Wäre er nur etwas älter und er hätte nachgefragt, so bin ich immer dafür fragenden Kindern Antworten zu geben. In einfacher Sprache, ohne Details. Und immer direkt an der Wahrheit. Auch wenn diese lautet: „Ich weiß es nicht.“

Das das Leben weiter gehen muss und die Terroristen mit dieser – unserer –  Angst die Macht gewinnen möchten, dies alles weiß ich. Im Kopf. Im Herz und im Bauch ist es für mich momentan dennoch schwierig freudig und unbefangen in den Alltag zu starten.

Es sind Menschen gestorben. Eltern haben ihre Kinder verloren. Kinder ihre Eltern. Andere Menschen kämpfen immer noch um ihr Leben.

Was macht die Welt? Sie jagt, verkündet Krieg, hetzt,… ich glaube dies alles macht die Angst mit Ihnen. Ehrliche Trauer um die Getöteten? Anteilnahme mit den Familien? Diese habe ich schrecklich vermisst. Es entsteht ein Aktionismus gegen Terrorismus. Internetnutzer beschimpfen sich gegenseitig, weil die Profilbilder in den französischen Farben erscheinen, oder eben auch nicht. Oder wegen sonst etwas.  Die Angst steuert. Und davor habe ich Angst.

Ich habe keine Ahnung was ich euch damit sagen will. Meine Gedanken sind wirr und durcheinander und ungeordnet. Heute Nachmittag werden wir Spielbesuch von unseren Freunden aus der Gemeinschaftsunterkunft haben. Ich freue mich darauf. Aber zuvor musste ich mir meine Gedanken einfach einmal von der Seele schreiben.

FB_IMG_1447700199924Dies ist ein Teil der #einemillionsterne der Caritasaktion am Samstag

 

 

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