Unser Alltag zu Hause, sieht etwas chaotisch aus, jedoch nicht viel anderes als bei Eltern ohne Rollstuhl. Denke ich zumindest. Planen lässt sich unser Tagesablauf so gut wie gar nicht – diesen Eindruck vermittelt mir mein Tag. Andereseits geht ohne Planung gar nichts. Ihr merkt eine Zwickmühle. Wie bei vielen Familien.

Mit Beginn der Schwangerschaft, die für uns wirklich eine große Überraschung und ein medizinisches Wunder, stellten sich mir so viele offene Fragen. Ich wurde unsicher und es war niemand da, der meine Fragen kompetent beantworten konnte. Ich hatte großes Glück, eine tolle Hebamme gefunden zu haben, die sich mit mir dieser Herausforderung stellte. Heute weiß ich, dass man keine Angst haben darf, sondern alles einfach angehen muss.

So wachen wir jeden Morgen gemeinsam auf. Ich wechsle von meinem Traumluxusbett mit einem Rutschbrett in den Rollstuhl und mache zuerst einmal Kaffee. Junior turnt auf mir herum und fordert gleich sein Frühstück ein. Der Mann macht sich fertig und danach gibt es Kaffee. Ich nehme meine Medikamente und der Mann hilft mir mich fertig zu machen und wickelt meine Beine, gegen die Thrombosegefahr. Danach verabschiedet er sich und Junior und ich räumen die Küche auf. Jetzt beginnt der erste große Tageskampf. Junior muss angezogen werden. An einigen Tagen klappt das, mit 2, 6 Jahren ganz gut an anderen könnte ich meinen, er hat einen Zappelphilipp verschluckt und schmeißt alle Körperteile von sich. Nach diesem nervenaufreibenden Tagespunkt, spielen wir gemeinsam, lesen oder malen. An Tagen an denen ich vormittags keine Therapie habe, bekommen wir Besuch. Da ich selbst kein Auto fahren kann und die meisten Freunde nicht bei uns im Ort wohnen, kommen die Leute meistens zu uns. An den meisten tagen kommt aber der Opa von Junior. Er fährt mich zur Therapie (Physiotherapie und Ergotherapie) und beschäftigt sich in der Zwischenzeit mit Junior. Nach einer Stunde holen sie mich ab und wir gehen nach Hause.

Gegen 12 Uhr gibt es bei uns ein warmes Mittagessen. Das kann ich leider nur am Wochenende oder wenn der Mann zu Hause ist, selbst kochen. An Werktagen werden wir von Oma, Nachbar und Urgroßmutter bekocht. Dafür bin ich sehr dankbar. Natürlich hat das auch Vor – und Nachteile. Dazu aber ein andermal mehr.

Nach dem Mittagessen heißt es Spülmaschine einräumen, anschalten, Telefon herunterlegen und dann gehen Junior und ich uns ausruhen. Das bedeutet wir leige beide im abgedunkelten Sxhlafzimmer, kuscheln und wer einschlafen will, darf schlafen. Das dauert bei unior meistens nicht lange. Er freut sich auf diese Zeit und fordert sie auch selber ein. Ich rolle ihm ins Schlafzimmer hinterher und genieße diese Ruhe. Mein Kopf würde in dieser Zeit gerne etwas erledigen, aufräumen, schreiben, lesen oder ähnliches. Aber mein Körper fordert diese Ruhepause. Ich hoffe sie hält noch lange an. Nach ca. 2 Stunden stehen wir auf, ich richte einen Obstteller und danach ziehen wir uns an und gehen raus. In unserer Nähe gibt es einen Spielplatz den Junior und ich nutzen können. Auch dies wird in dieser Woche noch Thema sein. Meistens bleiben wir im Garten oder gehen noch eine Kleinigkeit einkaufen. Jetzt wo es schon früh dunkel wird, sind wir spätestens um halb 5 – 5 wieder zu Hause. Wir spielen, lesen, singen,…. und dann kommt der Papa.

Das bedeutet für Junior Freude pur. Für mich Erleichterung der Zeitpunkt an dem mein Körper sagt, ich kann nicht mehr. Für Papa bedeutet das nun viel Arbeit. Für den kleinen Mann da sein, liegengebliebens aufarbeiten, mich versuchen zu entlasten. Wir essen abends gemeinsam und danach hilft mir der ❤ Mann beim duschen. Junior ist im Bad dabei oder spielt in dieser Zeit alleine. Danach räume ich die Spülmaschine aus und mache die Küche sauber. Der Papa macht Junior Bettfertig. Wir treffen uns alle im Bett und lesen eine Geschichte. Danach sagt der Papa Gute Nacht und gibt uns allen einen Kuss. Auf ihn wartet jetzt noch Wäsche, der Müll, eine Dusche,…. und dann der Fernseh, oder Pc oder Sport.

Junior und ich singen noch ein Gute Nacht Lied und dann endet mein Tag zur gleichen Zeit wie der unseres Sohnes. Ich würde gerne noch aufbleiben, aber um 19.30 Uhr ist mein Körper so platt und schwer, dass dies einfach nur ein Wunsch ist. Dafür schlafe ich bis 24 Uhr. Gut, tief und fest. Danach werde ich immer wieder von Schmerzen oder Junior kurz geweckt. Aber das ist ok….

Zwischen halb 6 und 6 starten wir ohne Wecker in einen neuen Tag.

Alles dud.png

 

 

 

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