Zu uns wird am Sonntag der Nikolaus kommen. Ja. In Persona. Warum? In Bayern und in Teilen von Baden Württemberg ist der Brauch, dass man nicht am 5.12. die Schuhe putzt und vor die Tür stellt, sondern bei uns kommt der Bischof Nikolaus mit Mitra und Bischofsstab am 6. Dezember zu den Kindern. Er wird in den Garten kommen, mit  seinem goldenen Buch und einem Sack mit Äpfel, Nüssen, Mandarinen, einbisschen Schokolade und einem kleinen Geschenk. Er dient dabei nicht als „Erziehungsmoral“ sondern er ist einfach da und erzählt ein bisschen. Danach geht er weiter zu den nächsten Kindern. Dieses Ritual gab es schon seit meiner Kindheit in unserer Familie und wir führen es mit viel Freude weiter.

Neben dem Bischof Nikolaus kennen wir auch den Weihnachtsmann.

Die Beiden unterscheiden kann unser 2 Jähriger Sohn jetzt schon. Warum? Weil es mir wichtig ist.

Ich verteufle weder den Weihnachtsmann, noch lobe ich den Nikolaus in den Himmel. Aber das es beide gibt – oder eben auch nicht, das möchte ich unserem kleinen Mann schon vermitteln können.

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Wer St. Nikolaus war, schauen wir uns gerne in den Büchern an. Der heilige Bischof Nikolaus, der Schutzpatron der Kinder, Bäcker und Seefahrer. Die Legende von den 3 Mädchen und von dem Kornwunder, werden in den Büchern kindgerecht erzählt und erklärt. Dazu haben wir die wunderschöne Nikolausfigur von Ostheimer. Sie steht auf unserem Jahreszeitentisch, kann aber auch jederzeit im freien Spiel benutzt werden. Unser Nikolaus musste diese Woche seinen Bischofstab gegen ein Messer tauschen. Als ich nachfragte, wieso Nikolaus, denn ein Schwert hat, wurde ich mit großen Augen angeschaut: „sonst kann er doch net Apfel schneide“ Ach so, ja klar… klare Frage, klare Antwort. Er hat jetzt das Schwert und den Bischoffstab behalten.

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Seid ein paar Jahren finde ich auch in der Weihnachtsmannfreien Zone, in unserem Kirchenladen, Schokoladennikoläuse. Mit Mitra und Bischofsstab und nicht mit der roten Mütze. Solch ein kleiner glutenfreier Nikolaus wird sich auch am Sonntag im Nikolaussack befinden.

 

Warum wir dann dennoch den Weihnachtsmann kennen und er auch in der Weihnachtszeit bei uns zu Besuch ist? Ganz einfach. Ich mag ihn. Ich mag seine rote Zipelmütze. Ich mag es wenn unser Sohn sich solch eine Mütze aufsetzt und damit singend durch die Wohnung hüpft. Und so eine rote Zipelmütze oder ein Weihnachtsmann, lässt auch einfacher basteln und gestalten mit einem 2 – Jährigen als eine Mitra und ein Bischofsgewand. Den Weihnachtsmann finden wir  in Büchern, auf Geschenkpapier, in der Stadt, in der Weihnachtsdeko bei der Oma… Und das ist ok so. Junior benennt den lieben ältern Herren mit Rauschebart und roter Zipfelmütze als „Weihndachtsmann“ und den Bischof mit „Nidolaus“. Ohne darüber nachzudenken. Für ihn sind es zwei unterschiedliche Personen wie St. Martin und der Bettler.

20151201_131651Auf der Seite http://www.weihnachtsmannfreie-zone.de/hintergrund/wer-war-nikolaus.html wird es nochmal in einfachen Worten erklärt – wenn auch nicht ganz wertfrei dem Weihnachtsmann gegenüber. Hier findet ihr auch eine Bastelvorlage für einen Nikolaus für Kinder ab dem Kindergartenalter.

Wieso sollte man sich auch entscheiden müssen? Es gibt so viele unterschiedliche Dinge auf der Welt, die etwas ähnliches symbolisieren sollen und trotzdem nebeneinander existieren können. Daraus eine Glaubensfrage zu machen, davon halte ich nichts. Jedem das seine. Und bei uns sind das in der Adventszeit…. Nikolaus und Weihnachtsmann. Wer kommt denn zu Euch? Erzählt doch mal ein bisschen.

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