Das kindliche Spiel fasziniert mich immer und immer wieder. Kinder können im Spiel alles lernen, was sie für ihr weiteres Leben brauchen. Und das faszinierende dabei ist, dass sie dazu noch nicht einmal Spielsachen benötigen. Natürlich kaufen wir alle gerne und möchten unseren Kindern den ein oder anderen Wunsch erfüllen, aber für eine gesunde Entwicklung oder auch zum Spaß haben, brauchen wir das alles nicht. Das diese Behauptung stimmt, sehen wir bei unseren Großeltern, bei unseren Eltern und teilweise auch noch bei uns selbst. Mit die schönsten Spiele aus den Kindertagen sind die Spiele mit keinem oder kaum Spielmaterial.

Dachbuben hat einen schönen Beitrag geschrieben. Sie stellt ein Spiel vor, das schnell in Vergessenheit gerät. Ich fand diese Idee so schön, dass ich auf Twitter den #Lieblingsspielevonfrüher ins Leben gerufen habe.

Ich möchte euch heute und hier meine Lieblingsspiele von früher vorstellen oder einfach wieder ins Gedächtnis rufen. Im ersten Teil geht es heute um Spiele für draußen.

Fangspiele:

Schattenfangen

Eigentlich ist es ein normales Fangspiel. Nur muss der Fänger die Kinder nicht mit der Hand abschlagen, sondern auf deren Schatten treten. Wer so abgeschlagen wurde, muss weiterfangen.

 

Ich helfe dir

Ein weiteres Fangspiel. Hier darf der Fänger aber die Kinder nicht fangen, wenn diese sich zusammentun und sich umarmen. Damit sind sie geschützt.

Dieses Spiel kann man mit vielen verschiedenen Varianten spielen, es geht einfach darum, dass man sobald man zusammen ist, nicht mehr gefangen werden darf.

 

Versteinern

Der Fänger versucht alle Kinder zu fangen.. Wen er berührt, versteinert und kann sich nicht mehr bewegen. Das Kind welches als letztes versteinert wird, darf  in der nächsten Runde der Fänger sein.

Schwieriger wird es, wenn die Kinder, welche noch herum springen, die versteinerten Kinder wieder auftauen können.

 

Storch und Frösche

Der Fänger ist der Storch und möchte die Frösche fangen. Die Schwierigkeit bei diesem Spiel liegt darin, dass der Storch nur auf einem Bein hüpfen darf und die Frösche sich in der Hocke fortbewegen müssen.

 

Geschicklichkeitsspiele – Straßen und Hofspiele

Murmelspiel

Material: viele Murmeln und Kreide

Mit der Kreide wird ein Kreis von ca. 30 cm Durchmesser aufgezeichnet. Um diesen Kreis kommt noch ein viel größerer mit ca. 2 Meter Durchmesser. In den kleinen Kreis legt jeder 2 Murmeln hinein. Nun stellen sich alle hinter den äußeren Kreis und versuchen nacheinander mit den eigenen – weiteren Murmeln – in den kleinen Kreis zu schießen, um dort andere Murmeln herausstoßen. Alle Murmeln die nach dem Schuss nicht mir im kleinen Kreis liegen, darf der Spieler zu sich nehmen.

 

Himmel und Hölle

Material: Kreide, kleine Steine

Das älteste und wohl bekannteste Hüpfspiel.

Lieblingsspielevonfrüher (3)

Das Feld wird auf den Boden gezeichnet. Der erste Spieler wirft seinen Stein in das erste Feld. Die Felder in denen die Steine liegen, dürfen nicht betreten werden. Nun hüpft der Spieler auf einem Bein über das erste Feld direkt in das zweite. Danach jeweils ein Feld weiter. Im Himmel dreht der Spieler und hüpft wieder zurück. Beim zweiten  Feld bleibt er stehen, bückt sich (auf einem Bein) und nimmt den Stein aus dem Spielfeld. Danach hüpft er nach draußen. In der nächsten Runde muss der Stein ins zweite Feld geworfen werden,…..Wir ein Fehler gemacht z.B. Tritt auf eine Linie, beide Beine, oder der Stein landet nicht im richtigen Feld, bleibt der Stein liegen und beim nächsten Spieler liegen dann mehrere Steine darin.

 

Wasserturm

Material: Kreide

Ich kenne dieses Spiel noch, leider ohne Namen. Anhand der Zeichnung glaube ich aber, man nannte es Wasserturm.

Es hat 5 Durchgänge. In jedem Durchgang gibt es eine andere Springfolge: Lieblingsspielevonfrüher (4)

  1. Mit beiden Beinen von Feld 1 bis Feld 9 hüpfen und wieder zurück.
  2. Mit dem rechten Bein von 1 – 4 hüpfen, in die Felder 5 und 6 auf dem linken Bein hüpfen und Nummer 7, 8 und 9 auf beiden Beinen. Danach wieder zurück
  3. Von 1 – 3 mit dem linken Füße hüpfen. Dann gleichzeitig in Nr 4 und Nr 7 mit beiden Beinen springen, danach genauso in 5 und 6 und in 8 und 9 hüpfen. Auf dem selben Weg wieder zurück.
  4. Von 1 – 9 mit beiden Beinen hüpfen. Bei 5 und 6 und 8 und 9 mit gekreuzten Beinen, in jeweils ein Feld. Auch danach wieder mit dem selben Muster zurück.
  5. Mit geschlossenen Augen von 1 – 9 hüpfen. Die anderen Kinder rufen „heiß“ bei jedem richtigen Sprung. Ist der Sprung zur weit oder auf einer Linie rufen die anderen Kinder „kalt“.

Was sich hier so kompliziert anhört, ist ganz einfach und die Reihenfolge kann man sich schnell merken. Oder die Kinder erfinden noch andere Varianten.

 

Kaiser, wie viel Schritte schenkst du mir?

Ein Kind steht an der Wand – dieses ist der Kaiser oder die Kaiserin. Die anderen Mitspieler  stellen sich an einer Linie auf, die mindestens 20 Schritte vom Kaiser entfernt ist. Nun fragen die Kinder einzeln „Kaiser wie viele Schritte schenkst du mir?“ und warten auf die Antwort.

Jetzt antwortet der Kaiser, indem er die Schrittmenge, die Gehweise und Richtung vorgibt. So z.B.  drei Fußlängen hintereinander oder einen rießen Sprung vorwärts, 3 Trippelschritte rückwärts, usw.

Aber bevor das Kind bei „Kaiser wie viele Schritte“ losgehen darf, muss es erst den Kaiser durch die Frage „Darf ich?“ um Erlaubnis bitten. Sagt der aber „nein“, muss das Kind stehen bleiben. Der Kaiser lässt so die Kinder bei „Kaiser wie viele Schritte“ nur sehr langsam herankommen, um ganz lange Kaiser zu bleiben.  Daher ist es sinnvoll, vorher festzulegen, wie oft der Kaiser maximal bei „Kaiser wie viele Schritte“ zu jedem Kind hintereinander „nein“ sagen darf, sonst bleibt er ja ewig der Kaiser und das Spiel wird schnell langweilig. Das Kind, das als erstes beim Kaiser ankommt, wird zum neuen Kaiser und die nächste Runde kann beginnen.

 

Ochs am Berg

war eines meiner Lieblingsspiele, denn ich musste nicht so lange warten wie bei „Kaiser wie viel Schritte schenkst du mir.“

Wieder steht ein Kind an der Wand und die anderen in eine paar Meter Entfernung. Das Kind an der Wand, dreht sich zur Wand hin und ruft so schnell oder langsam wie es möchte: „Ochs am Berg, Esel im Stall.“ Danach dreht es sich schnell um. Die anderen Kinder laufen, während der Sprecher umgedreht ist und spricht, so schnell sie können in Richtung Wand. Sobald sich der Sprecher aber umdreht, darf sich niemand mehr bewegen. Sollte doch noch irgendwo eine Bewegung stattfinden, wird das Kind zurück an den Start geschickt. Wer zuerst an der Wand ist und diese berührt, darf den vorherigen Ochs am Berg, beim Rufen ablösen.

 

Fischer, welche Fahne weht heute?

oder

Fischer wie tief ist das Wasser?

Wieder steht ein Kind an einer Seite. Dieser Spieler ist der Fischer. Alle anderen Kinder stehen ca. 20 Meter entfernt. Die Kinder rufen laut:

„Fischer, welche Fahne weht heute?“

Der Fischer denkt sich eine Farbe aus, z.B. rot, grün, schwarz, gelb, etc., und ruft zu den Kindern. Nun rennen alle los, denn das Ziel ist auf die Fischerseite zu gelangen. Der Fischer, rennt in die entgegengesetzte Richtung um die Kinder zu fangen.
Alle Mitspieler, welche die genannte Farbe am Körper tragen, dürfen nicht gefangen werden und können einfach auf die andere Seite rüber gehen. Gefangene Mitspieler müssen mit auf die Seite des Fischers und sind in der nächsten Runde auch Fänger. Danach fängt das Spiel von vorne an. Gewonnen hat der Spieler, der zum Schluss übrig bleibt. Dieser Spieler ist der neue Fischer.

Die zweite Variante funktioniert ähnlich wie das Original. Nur wird hier die Frage gestellt:

„Fischer, wie tief ist das Wasser“

Der Fischer denkt sich aus, wie tief das Wasser wohl sein könnte und antwortet dann, zum Beispiel: „Zwei Meter tief!“. Die Spieler fragen dann: „Wie kommt man da rüber?“ Der Fischer denkt sich eine Fortbewegungsart aus und ruft diese in den Raum, z.B. Hüpfen, Gehen, Rennen, Krabbeln, Kriechen, etc.

Alle Mitspieler versuchen nun auf die andere Seite zu kommen, dabei kommt ihnen der Fischer entgegen. Der Fischer versucht nun so viele Mitspieler wie möglich zu fangen – hier dürfen alle Kinder geschnappt werden. Alle gefangenen Spieler müssen zusammen mit dem Fischer auf dessen Seite und sind ab sofort ebenfalls Fänger. Danach fängt das Spiel wieder von vorne an, nur dass der Fischer nun nicht mehr alleine fangen muss. Das Spiel wird solange wiederholt, bis der letzte Spieler übrig ist. Dieser darf der neue Fischer sein.

 

Das war mein erster Teil zum Thema #Lieblingsspielevonfrüher. Im zweiten Teil, möchte ich euch nochmal ein paar #Lieblingsspielevonfrüher für draußen, alleine oder in Gruppen vorstellen. Welche Spiele mit kaum Material habt ihr früher gerne gespielt? Oder welche kennt ihr noch von euren Eltern und Großeltern. Denkt an Gummitwist, Fadenspiele usw. Lasst uns zusammen sammeln. Hier auf dem Blog als Kommentar oder bei Facebook und Twitter unter dem Hashtag #Lieblingsspielevonfrüher.
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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4 Gedanken zu “Spielen wie früher

  1. Das hab ich auch alles gerne gespielt.
    Oder einfach Seilhüpfen oder Gummitwist.
    Hoch im Kurs war auch Fußtreten. Dazu stellt man sich in einen Kreis und Reium darf jeder mal das Kommando geben. Beim Kommando hüpft jeder und versucht, auf einen Fuß seiner Nachbarn zu treten und die eigenen zu retten. Wurde ein Fuß getreten, ist der aus dem Spiel. Wer als letztes noch einen Fuß „hat“, hat gewonnen 🙂
    Das war ein tolles Spiel in den Schulpausen 🙂

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