Eine Floskel? Oder tatsächlich bewusstes erleben? Am vergangenen Wochenende waren hier im Ort viele, viele Bewohner auf einem Konzert im Schlosspark. Für Rollstuhlfahrer, gab es ein Podest in der Mitte des Festgeländes. Es wurde gesungen, getanzt und gelacht. Alle gemeinsam. Musik verbindet.

„Jeder Mensch ist für Musik empfänglich, also in diesem Sinne musikalisch!“ Dr. Werner Probst

An Tagen an denen ich vor Schmerzen kaum aufstehen kann, hilft uns Musik durch den Tag. Ich kann im Bett legen und mich von der Musik (davon) tragen lassen. Mit Junior kann ich Musik anhören oder selbst singen. Lieder, CD´s, selbst singen und Musik machen, begleiten uns durch den Tag. Sie bilden Rituale und geben Halt. Gleichzeitig macht es hier keinen Unterschied, ob ich im Rollstuhl sitze oder nicht. Ein Körbchen mit Instrumenten lädt zum freien musizieren ein. Musik verbindet.

Im Mai diesen Jahres, waren mein Herzmann und ich auf einem Open – Air – Konzert. Es hat geschüttet wie aus Eimern. Der Boden war schlammig und matschig. Wir haben uns zum Podest vorgekämpft. Dort kamen kurz vor Konzertbeginn, eine Gruppe der Lebenshilfe hinzu. Darunter waren 8 Menschen mit Trisomie 21 und 2 Betreuer. Vor uns saß ein junger Mann im Rollstuhl, der auf die Ansprache seiner Eltern nicht reagierte. Neben uns saß ein anderer Mann mit einem Beatmungsgerät. Hinter mir standen zwei Damen, die sich darüber unterhielten: „ich bin mal gespannt, bis wir angesprochen werden, was wir hier wollen. Aber es ist doch eine Unverschämtheit, das die hier nicht ins Getümmel müssen und wir, nur weil wir gesund sind, wir hier nicht hochdürfen.“

 

Die Musik begann und die Party startete. Es war einfach schön anzuschauen und dabeizusein. Die Musik und die Lebensfreude auf diesem Podest ließen mein Herz hüpfen. Wir waren alle eine Gemeinschaft. Die Menschen die mit der Lebenshilfe hier waren haben klassisch getanzt und waren dabei so glücklich. Wir haben zusammen gesungen und uns an den Händen gehalten. Musik verbindet.

Im August war das größte Heavy- Metal – Festival der Welt. Wacken.  Und auch bei Wacken sind viele Menschen mit Behinderungen, die selbstverständlich, ein Teil der Masse sind. Es gibt sogar einen eigenen Inklusionsbeauftragten:  Ron Paustian. Unter dem Titel:  Inklusion muss laut sein, ist bei Rollingplanet ein sehr lesenswerter Beitrag entstanden. Musik verbindet.

Immer häufiger sieht man auch Lieder die in Gebärdensprache übersetzt werden. So z.B. https://www.youtube.com/watch?v=TuUtQZo0SdQ

Musik verbindet

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