Kennt ihr das auch? Ihr seid irgendwo und neben euch wird immer und immer wieder der Name eines Kindes gerufen? Nur der Name, sonst nichts? Der Name alleine in den unterschiedlichsten Sprachmelodien. Aber keine weitere Erklärung oder sonstiges.

Mich macht solch ein Verhalten auf Dauer aggressiv. Was will man damit sagen oder erreichen? Wollen wir unsere Kinder immer und immer wieder beim Namen rufen, um sie zurechtzuweisen? Haben wir Ihnen ihren Namen dafür mit viel Liebe Hingabe, Sorgfalt und Vorfreude ausgewählt? Ein Name ist etwas besonderes. Er beschreibt dich und deine Persönlichkeit schon bevor man dich wirklich kennt. Eltern entscheiden ihn für ihre Kinder. Aus bestem Gewissen. die Namenswahl ist nicht immer einfach. Aber es wird hier auch eine große Entscheidung getroffen. Eine Entscheidung die einen ein ganzes Leben lang begleitet und auf die man, (meistens) keinen Einfluss hat.

Wenn ich dann Eltern höre die den Namen ihres Kindes, immer und immer wieder rufen und schreien, um damit seine Aufmerksamkeit zu erlangen, oder noch viel schlimmer um das Kind damit zurechtweisen, dann stört mich das. Was soll Alexander denn damit anfangen, wenn man ihn zum 10ten mal „Aaaaaaaaaaaaaaaaalexaaaaaaaaaaaander“ ruft, anstatt, dass man ihm erklärt was man eigentlich von ihm möchte. Oder das man selbst zu ihm hingeht und ihn bittet? Ich überlege immer wieder, ob wir mit Erwachsenen auch so umgehen würden? Den Namen rufen, ohne eine weitere Erklärung?

Ja, manchmal sagt man zuerst den Namen um danach die Aufmerksamkeit zu erhalten und in Ruhe weitersprechen zu können. Bei akuter Gefahr, rufen die wenigsten den Namen. Hier werden Ausrufe wie : „Achtung“, „Vorsicht“ „Stopp“ oder „Nein“ viel häufiger verwendet. Ich meine hier aber die Situationen in denen z.B. Das Kind mit Sand wirft und die Eltern auf der anderen Seite des Spielplatzes sind. Plötzlich hört man ein lautes Brüllen: „Maaaaaaaaaaaaaarieeeeeeeeeeeee“. Was möchte dieser Ruf ausdrücken? Vielleicht ein:

„Marie, bitte wirf nicht mit dem Sand, andere Kinder könnten ihn abbekommen? “

Genauso gut könnte es auch bedeuten:

„Ich möchte nicht, dass du mit Sand wirfst.“

„Die anderen Kinder möchten nicht das du mit Sand wirfst“

„Die anderen Eltern möchte nicht, dass du mit Sand wirfst“

„Marie, komm mal bitte zu mir“

„Marie, wieso wirfst du mit dem Sand?“

„Bitte lass das, Marie.“

„Kannst du mich hören, Marie?“

„Ich sehe dich, auch wenn ich auf der anderen Seite stehe“

„Ich kenne deinen Namen“

„Ich kann ganz laut rufen“

Und nicht selten, falls Marie reagiert, folgt dieser Dialog:

„Was ist denn?“ (Marie brüllt über den Spielplatz)

„Hör auf mit Sand zu werfen und schreie nicht so“

Ja, leider nicht ganz so lustig wie sich das manchmal anhört. Warum fällt es uns so schwer, Kinder mit dem selben Respekt zu behandeln, wie Erwachsene? Wenn ich etwas möchte, auf etwas aufmerksam machen möchte oder einfach mitteilen möchte, dann verfüge ich als Erwachsener über einen Wortschatz der es mir ermöglicht in ganzen Sätzen zu sprechen. Und nicht nur, weil unsere Kinder uns spiegeln und wir und von Ihnen auch Sätze mit Prädikat, Objekt und Subjekt wünschen, finde ich es so wichtig in ganzen Sätzen mit Kindern zu sprechen. Wir sind Vorbild. Und genau dieser Vorbildfunktion sollten wir uns bewusst sein, wenn wir den Namen unseres Kindes rufen.

Nicht als Mahnung, oder als Vorwurf. Sondern als das was es ist. Der Name, der zu unserem Kind gehört. Mit unseren Kindern wollen wir wertschätzend umgehen. So lasst uns dies ebenso mit ihrem Namen tun. Manchmal kann das bedeuten,  noch ein paar Wörter dazu zu sagen, oder aber auch, das wir zu unseren Kindern gehen.  In ihrer Nähe sind, wenn wir mit ihnen sprechen. In diesem Fall, können sie uns nicht nur besser hören, sie können uns auch besser verstehen. Denn sie sehen uns. Wir schauen einander an und sie können unsere Mimik und Gestik erkennen. Und wir müssen keine Namen durch die Welt schreien.

Wisst ihr was ich meine? Kennt ihr auch solche Situationen?

 

 

 

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8 Gedanken zu “Namen

  1. Da hast du wohl Recht. Ich finde sowas auch total nervig. Habe da aber bisher nie groß drüber nachgedacht^^ aber was du sagst, stimmt einfach!
    Ich denke, wenn man es dem Kind erklärt hat, es dann trotzdem weiter macht und man den Namen einfach als Erinnerung sagt, dass man noch da ist, ist das schon ok. Wobei auch da eine Erklärung besser ist ^^
    Aber dieses permanente Wiederholen – merken die Eltern denn nicht, dass es nichts bringt?!

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  2. Ein toller, wahrer Beitrag, danke!

    Hingehen, dem Menschen in die Augen blicken und direkt mit ihm sprechen, egal ob Kind oder Erwachsener. Das ist wertschätzende Kommunikation, so nimmt man sich gegenseitig wahr und versteht sich. Dieses Brüllen über den ganzen Platz, durch die halbe Wohnung nervt mich sehr. Keiner möchte angebrüllt werden.

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  3. Haha, ja das kenne ich und zwar so:“Mama! Maaamaaaaaaaa!!!!!!“
    Ich renne da nicht sondern knurre höchstens „Was ist?“ ich erwarte von meinen Kindern, dass sie mir sagen was sie von mir wollen bevor ich losrenne, vielleicht weil gerade ein Pups quersteckt. Genau so verhalte ich mich. Und ich verbessere auch die Freunde meiner Tochter, wenn sie nicht in ganzen Sätzen sprechen. Ganz gerne genommen „Darf ich…“
    „Darf ich Nutella?“ das ist kein Satz ich vervollständige den dann immer „an die Wand schmieren? mit nach Hause nehmen? im Garten vergraben?“ Dann wird gekichert, manchmal fällt der Groschen und meist kommt dann ein ein Satz als Antwort. Aber wo sollen es die Kinder auch ,lernen, wenn die Eltern auch so mundfaul sind

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  4. „Die anderen Eltern möchte nicht, dass du mit Sand wirfst“

    Genau das ist es, nach meiner Beobachtung. Die Eltern grätschen ständig dazwischen, wenn die Kinder spielen – am besten doch, um vor den anderen Eltern nicht assi dazustehen. Und wenn das Dazwischengrätschen anstrengend wird, dann reicht’s halt, den Namen zu brüllen…

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