Du bist nicht ich

Du bist nicht ich und ich bin nicht du.

So einfach und so klar. Eigentlich benötigt man dazu überhaupt keine Erklärungen. Würde jeder einfach er selbst sein, wäre das Leben für uns alle so viel leichter. Aber es ist  nicht so. Die allerliebste Katarina von Staublos  hat zur Blogparade  oder wie sie es liebevoll nennt, Zur Lästerrunde, zu diesem Thema aufgerufen und gerne nehme ich daran teil. Weiterlesen

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Liebster Award II

Zum 2. Mal bin ich für den LIebsten Award nomniniert worden. Dieses mal von der lieben Sabrina Stolzenberg. Ich freue mich sehr darüber, denn mit der Beantwortung der Fragen, könnt ihr mich einfach noch ein wenig besser kennen lernen.Ich gehe davon aus, dass ihr die Regeln kennt. Falls nicht, hier nocheinmal im Schnelldurchlauf: Weiterlesen

Muddistyle

Frida hat zur Blogparade aufgerufen. Thema?! Muddi – und Vaddistyle.

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Yeah!!! Kennt ihr Sie? Die auf Highheel durch die Gegend stöckelnden Latte – Macchiato – trinkenden Mamas? Ich habe von Ihnen gelesen. in freier Wildbahn ist mir aber noch kein lebendiges Exepmplar über den Weg gelaufen. Gut, so kurz nach der Geburt hatte das vielleicht etwas damit zu tun, dass ich in Jogginghose und Schlafshirt, kaum das Haus verlassen habe. Es war so heiß und wir hatten schließlich Platz im Garten. Wieso „richtig“ anziehen und die Komfortzone verlassen?

Wenn ich heute im Wald oder Feld unterwegs bin, treffe ich diesen Mamastyle auch nicht. Vielleicht ist er auch tief im Sandkasten verbuddelt? Eine Mama, die ich öfters sehe, ja – sie strahlt etwas aus. So würde ich auch gerne auf andere wirken.

 

Früher war ich sportlich, aktiv. Mein Look war sportlich, figurbetont. Nicht aufregend. Aber Jeans und enge Shirts gehörten zum Tagesoutfit. Wenn ich abends on Tour ging, durfte es auch etwas schicker sein. Auf High heels konnte ich aber noch nie wirklich gut laufen. Schmuck durfte auch nicht fehlen, denn irgendwie musste man ja blinken. Die Haare hübsch gemacht und eine halbe Stunde vor dem Spiegel, damit das Make up gut saß.

 

Dann kam der Umbruch mit der Krankheit – Jeans waren nicht mehr möglich. Alles musste etwas weiter geschnitten sein. Durch die mangelnde Bewegung, habe ich 8 Kg zugelegt. Es ging mehr Richtung natürrlich mit einem dezenten Make up- Kleider wurden meine bevorzugte Kleidung.

2012 Juli - 14       Cap d´adge  (6)

Und dann kam die Schwangerschaft. Das große Wunder. Ich konnte mich sowieso nicht sehr gut bewegen und musste dann auch noch ab der 20 Woche strikte Bettruhe einhalten. Hunger hatte ich aber. So mutierte ich zu einem kleinen Walross und nahm bis zur bis zur 33 SSW weit über 20 kg zu.

Nach der Geburt gingen diese nur schleppend wieder runter. Und bis heute sind es immer noch 8 kg mehr. Was ich auf den Tod nicht mehr ausstehen kann, ist Kleidung die eng anliegt – mit Ausnahme von Leggings. So trage ich heute eine glückliche Größe 40/42 und versuche jeden Tag aufs neue mich so bequem und praktisch wie möglich anzuziehen.

Mami Style

Darunter trage ich weite Shirts oder Westen – ich liebe Westen. Meistens hat irgendein Kleidungsstück einen Flecken. Oder Leggings mit einem Oversizeshirt darüber. Meistens auch mit einem kleinen Fleck oder einem anderen Andenken meines Juniors.  Warum? Weil ich es nicht schaffe, dieses einen halben Tag lang sauber zu halten. Und da mein bester Freund nicht die Waschmaschine ist,…. lebe ich damit. Denn wisst ihr was?

Auch so schmeckt mir mein Cappuchino wunderbar.

Vor einiger Zeit habe ich einmal zu dem Thema gegooglet. Es wurden tolle Outfits vorgestellt. Um das triste etwas zu überdecken, kam immer wieder der Tipp, seine vorhandene Kleider mit weißer oder andere heller Kleidung zu kombinieren. Das würde das ganze Ouftit auflockern. Ja,… bestimmt. Bei mir wäre das dann abstrakte Kunst auf weißer Leinwand, denke ich lachend – während wir auf dem Boden mit Fingerfarben und ganzem Körpereinsatz malen. Ich bin zufrieden, auch wenn ich mir manchmal etwas anderes wünsche. Aber träumen kann man ja….

In diesem Sinne,… jetzt ersteinmal

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Notiz an mich selbst: Ich werde einmal versuchen über ein paar Wochen, 1x wöchtenlich ein Bild von meinem Muddistyle zu machen, um das Ganze mal selbst nochmal zu beoabchten.

Leben als Wheelymum (6) Winterjacke

Es wird kalt draußen, Winter. Ich mag diese Kälte. Ich mag es, wenn mir der Wind in mein Gesicht pustet. Wenn es kalt ist. Wenn ich in die warme Wohnung komme und meine Haut anfängt leise zu prickeln. Dieser Wechsel zwischen Kälte und Wärme. Bei uns fehlt nur noch der Schnee. Und eine warme Winterjacke.26.11.13 6.30 auf dem Feld (1)

Mein Körper, mag dieses Wetter nicht. Die Umstellung von warm auf kalt bekommt meinen Schmerzen und den Gefühlsstörungen in den Beinen nicht. Manchmal kann man aber Situationen einfach nicht ändern, also muss ich sie annehmen. Denn einen ganzen Winter über im Bett zu bleiben, das ist einfach keine Option. Also nichts wie raus. Aber nicht ohne Jacke.

Und hier befinden wir uns bei einem echten Luxusproblem für mich.

Kleidung kaufen. Eine Winterjacke im speziellen.

Früher war das kein Problem. Eine Jeans, ein Shirt, eine Weste und fertig. Eine Jacke in der Stadt gesehen, für gut befunden und gekauft. Aber die Zeiten ändern sich. Eine Mama hat meistens einen anderen Kleidungsstil als eine Frau bevor Sie Mutter wurde.
Ein Rollstuhlfahrer mit Nervenschmerzen trägt meistens auch andere Kleidung als er früher trug, als er noch Laufen konnte.
Zu Beginn meiner Erkrankung habe ich nur Jogginghosen getragen. Nicht weil ich mich habe gehen lassen (ok vielleicht manchmal auch deswegen) aber nein, es waren die einzigsten Hosen, in denen ich mich wohl fühlte. Nach einem Jahr habe ich bemerkt, dass es überall zwickt und kneift. Gegessen habe ich immer noch gerne, aber eben ohne große Bewegung und ich habe zugenommen. So dass mir meine Jogginghosen einfach nicht mehr gepasst haben. Es mussten neue Kleider her. Nur welche?
Ich war immer ein Jeansliebhaber. Aber mit der Nervenstörung und dem Kribbeln in den Beinen, habe ich die steifen Jeans einfach nicht mehr vertragen. Dieses Gefühl wenn der Jeansstoff über die Beine streifte, machte mich aggressiv. Es war solch ein unangenehmes Gefühl, gekoppelt mit dem Kribbeln in den Beinen, dass ich in einer Kurzschlusshandlung, alle meine Jeans in einen Sack stopfte und zum Altkleidercontainer bringen lies.
So stand ich da, ohne Kleider. Ich suchte, bequeme leichte Stoffhosen die gut fallen, am liebsten mit Gummibund, damit sie nicht im Rückenbereich einschneiden. Damals unvorstellbar so etwas zu finden. Mittlerweile ist das, Gott sei Dank, kein Problem mehr.

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So ging ich los und wollte Kleider shoppen. Zusammen mit meiner Schwester und wir sind kläglich gescheitert.

Wenn man sich nicht selbst an und ausziehen kann, so ist Kleidershopping in der Stadt leider nicht nur sehr anstrengend – mehr als 4 unterschiedliche Dinge kann ich aus Kraftgründen nicht anprobieren, sondern auch oft unmöglich.
Behindertenkabinen gibt es nämlich kaum, und in eine normale Umkleidekabine zu zweit? Habt ihr das schon einmal versucht? Falls, ja, lassen wir die Gründe hierfür, jetzt einfach mal stillschweigend außen vor, aber es ist sehr sehr eng, oder?

Da wir mittlerweile im Jahr 2015 leben, klingelt bei uns also regelmäßig der Postbote und bringt mir Kleidung aus Onlineshops.

Letzte Woche kamen hier 4 große Pakete an. Denn, ich bin auf der Suche nach einer Winterjacke. Mit anderen Worten suche ich eine Eierlegende Wollmilichsau. Meine Winterjacke sollte folgende Kriterien erfüllen:
robust
Wasserfest
Warm
Mit Reißverschluss
schwarz
knielang
nicht zu dick

ohne Taillengürtel
ohne Kapuze
keine 300 Euro kosten
auch im Sitzen sehr bequem sein

Es gibt so viele schöne Winterjacken. Das diese nicht günstig sind, verstehe ich. Ich bin auch gerne bereit eine gute Jacke zu kaufen, die mit lange die Treue hält. Die beschriebenen Punkte sind nur leider keine Idelavorstellung auf Verhandlungsbasis sondern alle notwendig.
Wenn es kalt ist draußen, dann muss man sich warm anziehen, das erklären wir unseren Kindern. Was für unser liebsten Kleinen gut ist, kann uns nicht schaden. Vor allem wenn man die ganze Zeit sitzt und sich kaum bewegt. Da kann es schnell noch kälter werden als kalt.
Genau aus diesem Grund möchte ich auch unbedingt eher einen Mantel als eine Jacke. Der Rollstuhl ist kalt und ich möchte mich ungern mit meiner Stoffhose nur auf den Sitz setzen. Hier wünsche ich mir eine gute Polsterung für mein liebstes Hinterteil.
Genau daraus resultiert dann das nächste Problem. Wenn die Jacke eher ein Mantel ist und lange geschnitten, so staucht sich der Stoff beim Sitzen am Bauch. Schnell spannt es hier dann.
Sitzt ihr öfters im 90° Winkel draußen?
Spannt bei euch die Jacke dann auch?

Es gibt mittlerweile viele Hersteller von Rollstuhlmode. Für Querschnittpatienten sind diese vielleicht sinnvoll. Dies kann ich nur aus Gesprächen sagen, da ich hiervon selbst nicht betroffen bin. Für mich als Neurologischer Patient, sind sie es leider nicht. Es wird sich bemüht, die Mode auch fesch zu gestalten. Wie man sich diese jedoch als Erwerbsunfähiger leisten kann, das verstehe ich noch nicht. Und so ganz entsprechen diese Kleider auch nicht meinem Geschmack.

Ich habe schon mehrmals bei unterschiedlichen Formaten nachgefragt, ob sie nicht einmal einen Rollstuhlfahrer umstylen könnten, oder Tipps für Rollifahrer hätten. Bis jetzt bekam ich leider immer Absagen oder überhaupt keine Antwort.

Trotz Rollstuhl bin ich Mama, ich brauche Kinder geeignete und robuste Kleidung die dennoch bequem ist.
Und vor allem, bin ich trotz Rollstuhl noch Frau. Und so möchte ich mich kleiden und fühlen.

Und… trotz Rollstuhl ist es kalt und ich will raus. Deswegen brauche ich eine warme Winterjacke. Eine die ich mir leisten kann. Und wenn es eine eierlegende Wollmichsau sein muss, dann eben diese.

Auch wenn sie bei der letzten Onlinebestellung leider nicht dabei war. Mit diesen Worten übergebe ich die Pakete als Retoure an unseren Postboten und er läuft lachend mit den Pakten davon.

Friday five

Es hat mir viel Freude bereitet, letzte Woche an den Friday five teilzunehmen. Diese Woche war ziemlich turbulent und auch von körperlichen Einschränkungen geprägt. Zuerst dachte ich, ich lasse diese Woche aus. Aber nein, gerade in solchen Wochen kann Reflexion ganz besonders wichtig sein, um sich auch die Momente bewusst in Erinnerung zu rufen, für die man Dankbar sein sollte. Diese Woche sind das:

  1. Entschleunigen   *    Die Welt hält nicht still. Diese Woche war ich sehr mit mir beschäftigt, körperlich wie geistig. Dadurch habe ich mich von dem Alltagsdruck und meinem Streben nach Perfektionismus etwas entfernen können. Das tat sehr gut. Und es tat gut, einfach mal ein schönes Buch zu lesen.
  2. Die Kuschelzeit mit meinem Sohn   *   Er wird immer agiler, entdeckt seine Welt und traut sich auch alleine irgendwo hin. Wenn er dann wieder kommt, kuschlet er sich an mich, möchte auf den Schoß, und sagt: Mama, lieb hab dich. Das sind die schönsten Momente. Mehr Dankbarkeit kann ich nicht empfinden.
  3. Die eigene Angst zu besiegen   *    Am Mittwoch war ich mit einer Freundin bei Hair. Es war eine tolle Insizinierung mit Weltkasse Sängern. Die erste halbe Stunde saß ich so angesapnnt im Musical, weil ich immer Angst hatte. Bei jedem Knall (und davon gab es  einige) zuckte ich zusammen und am liebsten wäre ich direkt nach Hause. Ich hatte Angst vor einem Terroranschlag. Angst nicht mehr nach Hause zu kommen. Ich habe durchgehalten, mich der Angst gestellt. Und es war schön.
  4. Mein Herzmann   *    In Zeiten in denen es mir körperlich nicht gut geht, geht es mir schnell auch seelisch schlechter. In dieser Phase bin ich wirklich anstregend. Mein Mann steht zu mir, rüttelt mich wach und bleibt einfach an meiner Seite. Egal was ist. Dafür liebe ich ihn.
  5. Die Adventszeit    *   Langsam, ganz langsam verwandelt sich unsere Wohnung in Advent. Ja, noch kein Weihnachten. Bei uns ist Advent. Jedes Jahr sieht dies anders aus… und so wollte wohl jemand dass es dieses Jahr alles langsam ins weiß getaucht wird. Das beruhigt mich. Und es ist ganz anderes als das Jahr zuvor. Nicht so üppig und es gefällt mir sehr gut. Ich fühle mich wohl zu Hause.